Bundestagsrede zum Antrag „Verschmutzung der Meere – Plastikflut unverzüglich stoppen“

Berlin, 01. Februar 2019. Steffi Lemke: „Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Im Sommer des letzten Jahres strandete zwischen Thailand und Malaysia ein Wal, erbrach fünf Tüten und verendete dann an diesem Strand. Ein Wissenschaftler konstatierte nach der Obduktion lapidar: „Mit 80 Plastiktüten im Magen stirbt ein Wal.“ Der NABU spricht davon, dass pro Jahr mindestens 1 Million Meeresvögel an Plastik verenden. In 90 Prozent der Nester von Basstölpeln auf Helgoland sind Plastikstricke oder andere Sachen verarbeitet, die dazu führen, dass sich Jungvögel strangulieren. (mehr …)

Wahlkreistag: Dessau-Roßlau wagt Wildnis

Foto: Olga Wollmann

Naturschutz in der Stadt wird in Zeiten von Insektensterben, Vogelsterben und industrieller Landwirtschaft immer wichtiger. Steffi Lemke: „Ich bin sehr froh, dass meine Heimatstadt Dessau-Roßlau mit dem Projekt „Städte wagen Wildnis“ ein Vorreiter in dem Bereich ist.“ Modern denken und daraus zukunftsweisende Modelle entwickeln – dafür steht Dessau-Roßlau seit nunmehr 100 Jahren. Für eine schrumpfende Stadt kann eine zukunftsweisende Antwort darin liegen, in Landschaftszügen durch den urbanen Raum Natur zuzulassen. Als eine von nur drei Modellstädten sammelt Dessau-Roßlau wertvolle Informationen und Erfahrungen im Umgang mit Flächen, die sich durch gezielte Steuerung und Pflege zu artenreichen Wiesen, Nutzflächen für Anwohner*innen oder Wildnisflächen als Rückzugsraum für Mensch und Tier entwickeln. Daraus entsteht eine neue Stadtlandschaft, die Kultur mit Natur verbindet und damit ein gesundes Stadtklima entwickelt. Arten- und Blütenreichtum sind so auch direkt in der Stadt erfahrbar. (mehr …)

EU-Kommission wirft Deutschland Versäumnisse beim Naturschutz vor

Ray Hennessy / unsplash

Steffi Lemke: „Im Bereich Klima- und Umweltschutz präsentiert sich Deutschland gerne als moralische Instanz. Diese Instanz bröckelt. Die EU Kommission hat Deutschland zu Recht aufgefordert, Gebiete von besonderer Bedeutung endlich unter Schutz zu stellen. Deutschland verletzt permanent europäisches Natur- und Umweltrecht, statt Umwelt und Natur zu schützen. Das ist nicht nur peinlich, sondern schadet unserer Luft, unserem Boden und Wasser sowie letztendlich der Gesundheit der Menschen. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie europäische Gesetzgebung in nationales Recht umsetzt und Natur- und Umweltschutzgesetzgebung nicht länger als Recht zweiter Klasse behandelt. Tiere, Pflanzen und einmalige Naturgebiete sind auf Regelwerke angewiesen. In Europa fehlen nach einer gestern veröffentlichten Studie bereits die Hälfte der Feldvögel. Was unsere Biodiversität braucht, ist die zügige Umsetzung und Kontrolle der bestehenden Regeln.“

Einbruch des Güterverkehrs auf der Elbe in 2018

Foto: chuttersnap / unsplash

Die Elbe ist als Wasserstraße für den Güterverkehr völlig ungeeignet. Dieses Fazit konnte man bereits aus den Antworten der Bundesregierung zu Wasserständen und Transporten aus den vergangenen Jahren ableiten. Die neusten Zahlen für das extrem trockene Jahr 2018 zeigen, dass hier über Monate die nötige Mindestwassermenge nicht erreicht wurde.

Steffi Lemke: „Die Elbe ist keine wirtschaftlich zu betreibende Wasserstraße. Die Daten zeigen, dass gegen extreme Niedrigwasserstände keine Baumaßnahmen helfen, weil fehlendes Wasser nicht herbeigebaut werden kann. Die Wirtschaft zieht sich aufgrund der fehlenden Planbarkeit immer mehr von der Elbe als Transportweg zurück. Auch Tschechien sollte sich diese aufrüttelnden Fakten zu Gemüte führen und endlich die Staustufen-Pläne ad acta legen. Deren Bau verändert an der Nicht-Schiffbarkeit der deutschen Elbe nichts. (mehr …)

Importverbote für Jagdtrophäen

Steffi Lemke zu der Antwort der Bundesregierung auf die schriftliche Frage zu erteilten Ausfuhrgenehmigungen für Jagdtrophäen in 2018: „Die rote Liste der bedrohten Arten ist lang und wird immer länger. Einzelne Erfolge, wie die Erholung der Bestände der Berggorillas und Finnwale,  können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das globale Artensterben ungebremst weiter geht. Wilderei wird zwar als Verbrechen bestraft aber gleichzeitig werden ganz legal Jagdtrophäen von Tieren, die teils akut vom Aussterben bedroht sind, nach Deutschland importiert. Das ist absurd. (mehr …)