Bedenkliche Entwicklungen in der Gedenkstätte ROTER OCHSE in Halle an der Saale

Die Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) kannte und schätzte ich bisher für ihre kritische und differenzierte Geschichtsaufarbeitung. Um so unverständlicher ist mir das neue Angebot zur Lehrerfortbildung, das von der Gedenkstätte und gefördert durch die Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen-Anhalt und in Kooperation mit der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung angeboten wird (08. Juni ff.). Die Gleichsetzung von Rechts- und Linksextremismus (und um nichts anderes geht es hier), ist der politische völlig falsche Ansatz, ist aus meiner Sicht geschichtsrevisionistisch und demokratiegefährdend.
In einem offenen Brief habe ich das auch so dem Gedenkstättenleiter mitgeteilt. Eine Antwort habe ich zwar noch nicht erhalten, aber inzwischen habe auch andere diese Veranstaltungsreihe kritisiert und die Friedrich-Naumann-Stiftung hat die veranstaltung inzwischen von ihrer Website genommen.

Übrigens ist der eingeladene Prof. Jesse der politische ZiehDoktorvater unserer amtierenden Familienministerin Kristina Schröder (Köhler), die sich noch vor Kurzem für eine Kürzung der Mittel für den Kampf gegen Rechtsextremismus stark gemacht hatte.

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    • Steffi Lemke

      Lieber Martin Wanke,

      das stimmt. Es sollte „politischer Ziehvater“ heißen, denn ihr Extremismusverständnis ist klar an Prof. Jesse angelehnt. Ich habe es geändert, vielen Dank für den Hinweis!

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  1. Edgar Wibeau

    Sehr geehrte Frau Lemke,

    dass sich die Linkspartei Sorgen um den Diktaturenvergleich macht und sich im Vorfeld entsprechend äußert, ist vollkommen klar. Warum eine Partei wie Bündnis 90/Die Grünen mit einem antitotalitärem Ansatz Probleme damit hat, dass in einer Lehrerfortbildung Mechanismen von Diktaturen (Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Verletzung des Postgeheimnisses, politische Justiz etc.) überprüft und verglichen werden, ist mir unklar. Niemand von den Referenten wird in irgendeiner Weise die beiden Diktaturen gleichsetzen wollen. Außerdem finde ich es bedenklich, den teilnehmenden Lehreren und Ministerialbeamten nicht das Recht auf eigene Meinungsbildung zuzugestehen.

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