Mehr als tausend Fälle von Wilderei

Wilderei ist auch in Deutschland ein Problem. Die Antwort auf Steffi Lemkes Kleine Anfrage zeigt, dass die Kriminalstatistik 1.020 Fälle von illegalen Tötungen von Wildtieren allein in 2017 erfasst hat. Diese Zahl ist seit mindestens 10 Jahren konstant hoch und beinhaltet noch nicht die hohe Dunkelziffer, aufgrund der mangelnden Erfassung.

Steffi Lemke: „Wilderei in Deutschland stellt zunehmend eine Bedrohung für die Artenvielfalt dar. Jährlich werden mehr als 1.000 Wildtiere illegal getötet. Darunter Luchse, Greifvögel und Eulen. Über das tatsächliche Ausmaß lässt sich nur spekulieren, da die Daten nicht systematisch erfasst werden. Die Ausstattung der Kontrollbehörden ist unzureichend. Das Risiko entdeckt zu werden ist gering. Die Bundesregierung muss mehr für den Schutz der Wildtiere in Deutschland tun. Jedes illegal getötete Tier ist eines zu viel und bedroht die Artenvielfalt.“

Neben Klimakrise, Umweltzerstörung und Industrialisierung ist auch Wilderei eine Bedrohung für die Artenvielfalt unserer Ökosysteme: Das Umweltprogramm der UN (UNEP) beschrieb drastisch gestiegene Zahlen von Umweltkriminalität und warnte vor deren Folgen. Laut EUROPOL (2017) und WWF (2017) ist auch Wilderei ein relevanter Bestandteil dieses Trends. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Luchses: laut Bundesamt für Naturschutz leben aktuell nur 77 Luchse in Deutschland, überwiegend im Harz und im Bayerischen Wald. Nach einer aktuellen Studie (Heurich et al., 2018) wurden im Raum der deutsch-tschechisch-österreichischen Grenze in den letzten 35 Jahren mindestens 83 Luchse illegal getötet.

Hier ist der Link zur Kleinen Anfrage zu „Wilderei in Deutschland“

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