Anfrage an die Bundesregierung zeigt: Überdüngung geht weiter – Nährstoffeinträge in Ostsee gehen nicht zurück

Nährstoff- und Schadstoffeinträge aus Deutschland in die Ostsee stagnieren seit mehr als 10 Jahren, so die Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Frage der naturschutzpolitischen Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Steffi Lemke. Der überwiegende Teil des Stickstoffs (80%) sei auf die industrielle Landwirtschaft zurückzuführen.

Dazu erklärt Steffi Lemke, MdB:

„Diese Zahlen sind erschreckend: Seit mehr als 10 Jahren bewegen sich die deutschen Nährstoffeinträge aus Stickstoff, Phosphor und Schadstoffen in die Ostsee auf einem viel zu hohen Niveau, obwohl bekannt ist, dass die Ostsee ein massives Problem mit Überdüngung hat. Das hat verheerende Wirkung für die Artenvielfalt und droht das Ökosystem Ostsee völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Denn der hohe Nährstoffgehalt lässt Algen übermäßig wachsen und verursacht einen Sauerstoffmangel, der große Todeszonen verursacht. Die Ursachen sind klar benannt: Die Einträge sind zum allergrößten Teil eindeutig auf industrielle landwirtschaftliche Nutzung und den großflächigen Einsatz von Gülle und Mineraldünger zurückzuführen. Doch die Bundesregierung bleibt tatenlos, beklagt den Zustand statt endlich zu handeln. Dürre und Hitze verschärfen das Problem: Es braucht endlich einen Stopp der Überdüngung in der Landwirtschaft durch ein Ende der Massentierhaltung und eine strengere Düngeverordnung sowie eine sofortige Agrarwende hin zu einer ökologisch verträglichen Landwirtschaft.“

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