Fische und Fischereiprodukte aus IUU-Fischerei landen weiterhin in Deutschland

Zwischen 2014 und 2017 wurden jährlich zwischen 4.000 und 6.000 Sendungen von Fisch und Fischereiprodukten aus Ländern importiert, die als risikobelastet eingestuft werden. So die Ergebnisse der Parlamentarischen Anfragen zu Umweltkriminalität und IUU Fischerei. Dazu erklärt Steffi Lemke:

„Die Staatengemeinschaft schafft es seit Jahrzehnten nicht nachhaltige wissenschaftliche Quoten für die Fischerei festzulegen. Auch in Deutschland und Europa werden die vorgeschlagenen Quoten überschritten und belasten die Meeresökosysteme massiv. 90% unserer Weltmeere sind entweder überfischt oder werden bis an ihre maximale Grenze befischt – mit katastrophalen ökologischen und sozialen Konsequenzen. Durch die illegale, unregulierte und undokumentierte (IUU) Fischerei werden bereits überfischte Bestände noch zusätzlich belastet. Trotz einer umfangreichen und ehrgeizigen Verordnung gelingt es der EU seit nunmehr 8 Jahren nicht, die Einfuhr von Fischen und Fischereiprodukten aus IUU-Fischerei zu unterbinden und erfolgreich zu bekämpfen.Die Einfuhrkontrollen in den Mitgliedstaaten werden weder zügig noch einheitlich umgesetzt. Ein IT gestütztes System zur Kontrolle der Importe von Fisch und Fischereierzeugnissen gibt es europaweit bis heute nicht. Die teilweise erfolgreichen Maßnahmen zur Bekämpfung der IUU Fischerei werden damit ad absurdum geführt. Mehrfachanlandungen von illegalen Fisch wird der Riegel nicht vorgeschoben, sondern Tür und Tor geöffnet. Die Verordnung bleibt weitestgehend wirkungslos. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch in Deutschland der Fisch auf dem Teller aus illegaler Fischerei kommt. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, ein europaweit einheitliches und unter den Mitgliedsstaaten abgestimmtes IT gestütztes System zur Kontrolle der Importe von Fisch und Fischereierzeugnissen zu implementieren.“

Auch die Höhe von Sanktionierungen wird weiterhin nicht angepasst und macht damit einzelne Mitgliedsstaaten attraktiver zum Anlanden von illegalem Fisch. Zwar fanden in Deutschland seit 2014 keine Anlandungen durch Fischereifahrzeuge aus Drittstaaten statt, sie finden aber durch andere Häfen der EU ihren Weg auf den deutschen Markt. Inkrafttreten der IUU-Verordnung im Jahr 2010 wurden lediglich 27 Sendungen von Fischereierzeugnissen in Deutschland die Einfuhr verweigert. In anderen EU-Ländern sind die abgewiesenen Lieferungen deutlich höher (vgl. IUU-Report, 2016) 

Teile diesen Inhalt: