Gewässer in Deutschland in schlechten Zustand

Elbbiegung bei Dessau Foto: Tilo Bremer

Zum Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA zum Zustand der europäischen Gewässer erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

„Beim Schutz unseres Wassers heißt es für die Bundesregierung „Note 6 – setzen“. Deutschland tut zu wenig, um unsere Flüsse, Seen und Grundwasser zu schützen. In Umweltfragen hat Deutschland längst seine Vorreiterrolle aufgegeben und muss Nachsitzen, wie dieser europäische Vergleich eindeutig zeigt.

Bund und Länder müssen mehr für den Schutz der frei fließenden Flüsse tun, um die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Die Bundesregierung muss sich auf europäischer Ebene dafür einsetzen, in der derzeitigen Überprüfung die Wasserrahmenrichtlinie beizubehalten, denn der Schutz des Wassers auf EU-Ebene darf sich nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben. Wir fordern von der Bundesregierung endlich konkrete Schritte, wie eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft und mehr Raum für natürliche Ufer und Auenwälder. Die Bundesregierung muss an den Bundeswasserstraßen Verantwortung für eine Ökologisierung übernehmen und das Bundesprogramm Blaues Band endlich richtig anlaufen lassen.

Der Bericht zeigt, in Deutschland erreichen mehr als 90 Prozent der Gewässer keinen guten ökologischen Zustand. Begradigte, verengte und vertiefte Flüsse voller Ackergifte und Dünger aus der Landwirtschaft bieten vielen Tieren und Pflanzen keinen Lebensraum mehr. Dabei haben gesunde Gewässer eine riesige Bedeutung für die Gesellschaft. Flüsse, Seen und Bäche gehören uns allen. Sie sind eine wichtige Ressource für zukünftige Generationen, Hotspot für den Artenreichtum und besonders wertvolle Ökosysteme.“

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