Orchideen in der Altmark

Breitblättriges Knabenkraut auf der Orchideenwiese in Klötze Foto: Tilo Bremer

Am 29. Mai 2018 besuchte Steffi Lemke die Orchideenwiese in Klötze (Altmark). Sie folgte der Einladung des engagierten Klötzers Jürgen Lemke. Dieser engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Orchideenwiese, welche sich in einer Moorsenke befindet und sich vor etwa 250.000 Jahren in der Nacheiszeit gebildet hat.

Wildwachsende Orchideen sind in Deutschland sehr selten. (Quelle). Gründe dafür sind im Wesentlichen intensive Landwirtschaft, Überweidung und Verkehrs- und Bauprojekte, die der Orchidee den Lebensraum nehmen. Waren es 1998 noch 14 Orchideen auf der 1,9 Hektar großen Wiese, so wurden 2017 schon über 6700 Pflanzen gezählt. Natürlich erhält Herr Lemke bei seiner Arbeit auch Unterstützung. Denn die Orchideenwiese ist ein Teil des Projektes „49 Förster – 49 Arten“ des Landesforstbetriebes. Hierbei werden Projekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt unterstützt.

Jürgen Lemke und Steffi Lemke auf der Orchideenwiese in Klötze Foto: Tilo Bremer

Zusammen mit dem Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt, dem Revierförster Dietmar Schulze, Karsten Biesrstedt vom Kreisumweltamt, dem Grünen Kreisvorsitzenden Martin Schulz, einigen Gästen und Jürgen Lemke machte Steffi Lemke auf den Weg zur Klötzer Orchideenwiese.

von Links: Karsten Bierstedt, Klaus-Dieter Wurch aus Gardelegen, Matthias Formella vom Landesforstbetrieb, Revierförster Dietmar Schulze, Jürgen Lemke aus Klötze und Wolfhardt Paul vom Landesforstbetrieb und Steffi Lemke Foto: Tilo Bremer

Vorbei an einem Waldbad, dem Bienenlehrpfad folgend erreichten sie nach dem Überqueren einer kleinen Brücke die Blütenpracht. Dort wachsen nicht nur Orchideen, sondern auch Wildgräser, Wiesenknöterich, Spinnenblume und Co.

Wiesenknöterich auf der Orchideenwiese in Klötze Foto: Tilo Bremer

Diese Artenvielfalt ist nur durch schonende Pflege der Wiese möglich. Die Wiese wird einmal im Jahr vom Landesforstbetrieb per Hand gemäht.

Jedes Jahr aufs Neue geht Jürgen Lemke die Orchideen nach der Blüte ab und sammelt die Samenhülsen ein. Er entnimmt die sandkorngroßen Samen und bringt sie dann aus.  „Am liebsten nehme ich Maulwurfhügel, da ich so nicht extra die Erde aufbrechen muss. Danach ist Geduld gefragt, ein Samenkorn kann bis zu sieben Jahre in der Erde liegen, bis es keimt.“, so Herr Lemke. Hinzu kommt, dass nur eins von 10.000 Samenkörnern überhaupt keimt. Danach braucht es 3-5 Jahre, bis überhaupt eine Blüte zu sehen ist. Es gibt sogar Arten in Deutschland, wie der „Frauenschuh“, die 16 Jahre brauche um eine Blühte hervorzubringen. Die zarten Pflanzen sind dann für Laien nicht also Orchideen zu erkennen, weshalb das Betreten der Orchideenwiese auch strengstens untersagt ist.

Steffi Lemke: „Ein solches Engagement und Akribie findet man heutzutage nur selten. Das verdient meinen höchsten Respekt.“

Steffi Lemke auf der Orchideenwiese in Klötze. Jede Lila Blüte ist eine Orchiedeenpflanze Foto: Tilo Bremer

Teile diesen Inhalt: