Zehn verschenkte Jahre für den Meeresschutz

Ostsee

Zum europäischen Tag der Meere am 20.Mai erklärt Steffi Lemke, Parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Mit der Verabschiedung der meerespolitischen Leitplanken im Jahr 2008 durch die Europäische Union war die Hoffnung auf wirksamen Meeresschutz groß. Seitdem ist viel zu wenig passiert. Die europäischen Meere sind weiterhin verdreckt mit Umweltgiften und Müll, sie sind weiterhin überfischt und die Klimakrise droht ganze Ökosysteme unwiderruflich zu zerstören.

Deutschland hinkt beim Meeresschutz hinterher. Der Zustand der deutschen Nord- und Ostseegewässer ist schlecht. Der Meeresboden wird selbst in Schutzgebieten mehrmals im Jahr durch zerstörerische Schleppnetzfischerei umgepflügt. Schweinswale enden weiterhin als Beifang in Stellnetzen und die Plastikflut belastet Brutplätze von Küstenvögeln wie dem Basttölpel.

Wir fordern von der Bundesregierung ein Aktionsprogramm Meere.  Am dringlichsten muss sie endlich Rückzugsräume für Schweinswale, Robben und andere Meereslebewesen schaffen und zerstörerische Fischfangtechniken in Schutzgebieten verhindern. Die Bundesregierung muss handeln im Kampf gegen die Plastikflut und die neuen Ideen der Europäischen Plastikstrategie aufgreifen. Nur so kann der Zustand unserer Meere bis 2020 so verbessert werden, wie es die Bundesregierung im Rahmen europäischer Beschlüsse versprochen hat.

Hintergrund:

Die Europäische Meeresstrategierahmenrichtlinie wurde 2008 verabschiedet und hat das Ziel bis spätestens zum Jahr 2020 in den Mitgliedsstaaten einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen. In diesem Jahr muss die Bundesregierung einen aktuellen Zustandsbericht über die deutschen Nord- und Ostseegewässer an die EU übersenden. Die aktuellen Entwürfe zeigen den weiterhin nicht verbesserten Zustand von Nord- und Ostsee.

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