Mit dem Nabu durch die Börde

Heckrinder bei Samswegen: Heckrinder Bildrechte: Landkreis Börde

Die Insektenbiomasse ist vom Jahr 1982 bis 2017 in Deutschland stellenweise um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Daher sind Naturschutzprojekte zum Erhalt und zur Vergrößerung des Insektenbestandes lebensnotwendig. Insekten sind Nahrungsquelle für verschiedene Vogelarten, zudem sind beispielsweise Bienen, Hummeln und Schmetterlinge wichtige Bestäuber.

Gemeinsam mit dem Naturschutzbund  Barleben e. V. (NABU) besuchte Steffi Lemke am 8. Mai 2018 verschiedene Projekte zum Schutz und Erhalt der Biologischen Vielfalt im Landkreis Börde.

Startpunkt war der Technologiepark Ostfalen. Der NABU Barleben e. V. pflegt hier seit 10 Jahren 23 ha der insgesamt 45 ha öffentlicher Grünflächen. Ziel ist es die Artenvielfalt zu erhöhen. Die Wiesen und Feuchtgebiete werden durch Maht, Bepflanzung oder entfernen von Neophyten (eingeschleppte Pflanzen) schonend bewirtschaftet.

 

 

Technologiepark Ostfalen: Yves Bloege (NABU Barleben), Bernd Juling (Projektmanagement Technologiepark Ostfalen), Lea Schlageter (Studierende), Martina Hoffmann (Vorsitzende der Landesfachgruppe Ökologie von BÜNDNID 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt) Steffi Lemke, Dieter Torka (Leiter des Fachdienstes Natur und Umwelt des Landkreises), Jörg Brämer (NABU Barleben) Bildrechte: Tilo Bremer

 

Eine Heckrinderweide und eine Orchideenwiese in Samswegen sind weitere Projekte des NABU, die Steffi Lemke besuchte. Probleme bei der Erhaltung von Feuchtgrünland auf Niedermoor sind beispielsweise die Maht (schwere Maschinen würden einsinken), die Be- und Entwässerung (da viele Entwässerungsgräben noch vorhanden sind) und den dadurch erschwerten Erhalt der Flora. Als Projektpartner des Landkreises Börde ist der NABU  verantwortlich für die Beweidung der Fläche durch Heckrinder. Die Ganzjahresbeweidung mit Rindern ist schonend, da keine schweren Gerätschaften eingesetzt werden müssen. Die Beweidung hat 2015 der Landwirt Andreas Kortuz übernommen. Die Weidefläche ist zurzeit ca. 17 ha groß.

 

Heckrinder bei Samswegen: Heckrinder Bildrechte: Landkreis Börde

 

Ein Highlight waren die Orchideen auf der Wiese bei Samswegen, die in voller Blühte standen. Die Wiese Die Wiese wird vom NABU jährlich beerntet. Die Biomasse und der Grasschnitt werden im Ostfalenpark auf den Grünflächen verteilt. Einer „Verinselung“ der Biotope wird so entgegengewirkt. Von einer „Verinselung“ eines Biotops spricht man, wenn ein vorher zusammenhängendes Biotop zunehmend durch äußere Einflüsse (zum Beispiel der Mensch)  getrennt und in viele kleine Biotope zerstückelt wird. Je kleiner ein Biotop, desto geringer ist dessen Chance zu bestehen. Durch die „Biomassenspende“ können kleinere Biotope weiter bestehen.  Zudem ist heutzutage kein natürlicher Transport der Samen und Pflanzen durch Großtiere mehr möglich. Es gibt schlichtweg keine Freilaufenden Großtiere, wie zum Beispiel Heckrinder, mehr.

 

Breitblättriges Knabenkraut (Orchideenart) Bildrechte: Tilo Bremer

 

Am Ende besuchte Steffi Lemke das Deichsanierungsprojekt zwischen Wolmirstedt und Glindenberg. Es ist ein besonders gutes Beispiel für die erfolgreiche Schaffung von Retentionsraum. Retentionsräume sind an Flüssen und Bächen seitlich gelegenen Flächen, auf denen sich bei Hochwasser das Wasser ausbreiten und ansammeln kann. Damit wird der Hochwasserabfluss verzögert und die Wasserstände werden verringert. Neben der positiven Wirkung auf Hochwasserabläufe sind Retentionsräume eine Grundlage für den Erhalt und die Verbesserung der ökologischen Vielfalt in und an Gewässern.

 

Deich zwischen Wolmirstedt und Glindenberg: Sandra Mann (Hochschule Anhalt), Susen Schiedewitz (NABU Barleben), Steffi Lemke, Yves Bloege (NABU Barleben) Bildrechte: Tilo Bremer

Ein Pressebericht über den Besuch in der Börde ist auf Volksstimme.de zu finden.

Teile diesen Inhalt: