Seen und Flüssen geht es schlecht

Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, zum ökologischen Zustand der Seen und Lage der Biodiversität in Deutschland:

“Den Seen und Flüssen in Deutschland geht es schlecht. Es ist alarmierend, dass drei Viertel unserer Seen in einem mäßigen bis schlechten ökologischen Zustand sind. Fische und Pflanzen, die hier typischerweise vorkommen, finden in diesen Seen keinen Lebensraum mehr, das zeigt meine Kleine Anfrage deutlich. Die Seen leiden unter der Vergüllung durch die Landwirtschaft. Der hohe Nährstoffgehalt lässt Algen übermäßig wachsen und die Seen somit veröden und verlanden.

Der Reichtum unserer Arten schwindet rasant – bald summt, brummt und zwitschert es nicht mehr auf den Wiesen und Feldern.  Wenn das Vogel-, Insekten und Natursterben so weitergeht, scheitert die Bundesregierung bei den weltweit verbindlichen Zielen zum Artenschutz.

Von der neuen Bundesregierung ist hier nicht viel zu erwarten: Der Koalitionsvertrag mit einigen schönen Worten im Umweltbereich kann nicht darüber hinweg täuschen, dass in den Bereichen Landwirtschaft und Verkehr die so notwendige Wende zum Schutz der Natur ausbleibt.

Wir brauchen eine Trendwende im Artenschutz, die die größten Verursacher des Artensterbens stoppt. Für einen ambitionierten Artenschutz brauchen wir dringend eine Agrarwende: weg von einer Vergüllung der Landwirtschaft, weg vom Gift auf dem Acker. Wir müssen raus aus einer Landwirtschaft, die die Natur ausnutzt und gegen den Artenreichtum arbeitet. Es bedarf außerdem einer besseres Umsetzung und Finanzierung des Naturschutzes. Der Schutz des Artenreichtums muss eine wirkliche Querschnittsaufgabe und Maxime in allen Ressorts werden. Die Bundesregierung muss die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt endlich konsequent umsetzten.“

 

Hintergrund:

 Die Zahlen basieren auf den Kleinen Anfragen von Steffi Lemke „Biodiversität in und an Flüssen“ (Drucksache 19/01128) und „Lage der Biodiversität in Deutschland – 10 Jahre Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ (Drucksache 19/01061) 

 Seit 10 Jahren hat sich Deutschland der der Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) (https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/biologischevielfalt/Dokumente/broschuere_biolog_vielfalt_strategie_bf.pdf) verpflichtet und setzte damit internationale Verträge zur Convention on Biological Diversity (CBD/Biodiversitätskonvvention) um. In der Strategie wird das Ziel beschrieben, den Rückgang der Biodiversität zu stoppen. Ein erstes Zieldatum von 2010 wurde nicht eingehalten und dann auf das Jahr 2020 verschoben.

Im  Jahr 2020 soll nun gelten: „In Deutschland gibt es eine für unser Land typische Vielfalt von natürlichen sowie durch menschliches Handeln geprägte Landschaften, Lebensräumen und Lebensgemeinschaften, die in der Bevölkerung eine hohe Wertschätzung genießen. Die diesen Lebensräumen zugehörigen Arten existieren in überlebens- und langfristig anpassungsfähigen Populationen.“ (NBS, S. 26).

Vor dem Hintergrund des Vogel- und Insektensterbens muss sich die Bundesregierung fragen lassen, wie es um die Biodiversität in Deutschland und die Erreichung der Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie steht.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind auf der Seite der Grünen Bundestagsfraktion zu finden.

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