Weltweite Waldzerstörung stoppen

Tom Kleiner/pixelio.de

Zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März und zu aktuellen Zahlen der Umweltorganisation WWF, wonach seit 1990 fast 2,4 Millionen Quadratkilometer Wald zerstört worden sind, erklären Harald Ebner, Sprecher für Waldpolitik, und Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Die Zahlen sind ein Alarmsignal. Die Welt braucht Wald. Schon jetzt ist weltweit viel zu viel davon zerstört. Ohne Wald als Speicher von Kohlendioxid und Wasser, als Klimaregulator und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen funktioniert unser Ökosystem nicht.

Auch wenn die größte Waldzerstörung heute in Afrika und Südamerika betrieben wird, sind auch wir dafür verantwortlich. Denn die Tropenwälder werden vor allem deshalb unwiederbringlich abgeholzt, um in Monokulturen Ölpalmen zur Palmölproduktion und mit massivem Glyphosateinsatz Gensoja anbauen zu können, als Futter für die Fleischproduktion in Deutschland und Europa. Diese Entwicklung muss dringend gestoppt werden.

Die neue Bundesregierung muss dazu beitragen, indem sie national, europaweit und global die politischen Weichen stellt für den Kurswechsel zu einer nachhaltigen Agrarpolitik auf regionaler Basis statt weiter auf Fleisch-Massenproduktion zu setzen, die nur mit Waldzerstörung in anderen Teilen der Welt funktioniert. Durch eine erweiterte Gentechnik-Kennzeichnung für tierische Produkte, die mit Gensoja-Futter erzeugt wurden, würde die Nachfrage nach solchen Produkten zurückgehen. Der schwarz-rote Neuaufguss hat dieses Ziel, das immerhin noch im letzten Koalitionsvertrag stand, offenbar komplett aufgegeben.

Aber auch beim Wald in Deutschland gibt es Handlungsbedarf. Durch die Umwandlung zu Laubmischwäldern und hin zu mehr alten Bäumen im Wald ließe sich eine fast dreimal höhere Kohlendioxid-Bindung und mehr biologische Vielfalt erreichen, hat kürzlich das Öko-Institut Freiburg nachgewiesen. Um dieses Klimaschutzpotential auszuschöpfen und zugleich unsere Wälder robuster gegenüber Sturmschäden, Trockenheit und anderen Folgen der Klimakrise zu machen, muss die neue Bundesregierung eine verbindliche gute fachliche Praxis im Wald und Anreize wie Vertragsnaturschutz schaffen.

Teile diesen Inhalt: