Das Lauschen im Walde

Messturm des TERENO Klima-Wald-Observatoriums Foto: Tilo Bremer

Dessauer Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke besucht das TERENO Klima-Wald-Observatorium im Hohen Holz

Am Mittwoch, den 07.03., besuchte Steffi Lemke das TERENO Klima-Wald-Observatorium im Hohen Holz/ Oschersleben. Kernstück des Observatoriums des Helmholtz-Zentrums ist ein 50 Meter hoher Turm, der Langzeitdaten von Boden, Luft und Bäumen sammelt. Die Dessauer Bundestagsabgeordnete informierte sich über die Arbeit und traf sich mit Frau Dr. Corinna Rebmann und Herrn Dr. Steffen Zacharias vom „Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung“ (UFZ), dem zuständigen Revierförster Jens-Erik Strebe, sowie der grünen Kreisvorsitzenden der Börde Britta-Heide Garben.

Die Dessauer Bundestagsabgeordnete betonte die Bedeutung der Arbeit des Observatoriums: „Im schnelllebigen politischen Geschäft von heute sind die Daten des Klima-Wald-Observatoriums von großer Bedeutung. Die hier gewonnenen, wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse werden zukünftige politische Entscheidungen beeinflussen. Es gilt, die Lücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und politischem Handeln weiter zu schließen.“

Frau Dr. Corinna Rebmann erklärte zur Arbeit des Klima-Wald-Observatoriums: „Nur mit Hilfe von Langzeit-Observatorien wie dem vom UFZ betriebenen Messstandort im Hohen Holz lassen sich langfristige ökologische Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme, sowie deren Rückkopplungen zum Klima erkennen und analysieren.“

Ergänzend fügt Herr Dr. Steffen Zacharias hinzu: „Langfristige Umweltbeobachtungsprogramme sind ein entscheidendes Werkzeug, um die Auswirkungen von Klimawandel oder menschlichen Eingriffen in die Ökosysteme zu erkennen und zu verstehen. Denn Umweltsysteme reagieren oft mit starker zeitlicher Verzögerung auf sich verändernde Umweltbedingungen.“

Rebmann weiter zum internationalen Netzwerk des Klima-Wald-Observatorium: „Eingebettet in nationale und internationale Beobachtungsnetzwerke wie TERENO und ICOS erhalten wir ein Gesamtbild der Treibhausgasbilanzen sowie des Wasserhaushalts auf kontinentaler Ebene. Das ist wichtig, da die Auswirkungen des Klimawandels regional sehr unterschiedlich sind. Die Datensätze tragen maßgeblich zur Verbesserung von Modellen zur Vorhersage künftiger Klimaentwicklungen bei.“

Frau Dr. Corinna Rebmann, Steffi Lemke, Dr. Steffen Zacharias, Jens-Erik Strebe Foto: Tilo Bremer

Britta-Heide-Garben, Steffi Lemke, Jens-Erik Strebe, Frau Dr. Corinna Rebmann Foto: Tilo Bremer

       

Hintergrund:
„Das Observatorium ist Bestandteil von TERENO (Terrestrial Environmental Observatories), einer Initiative von sechs Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft. Das einzigartige Großprojekt spannt ein Netzwerk zur Erdbeobachtung über ganz Deutschland auf, um langfristige ökologische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen des globalen Wandels auf regionaler Ebene zu erforschen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) nimmt dabei den Mitteldeutschen Raum vom Harz bis ins Tiefland der Städte Magdeburg, Dessau und Leipzig auf einer Gesamtfläche von rund 26.000 Quadratkilometern unter die Lupe. Fragen rund um das Thema „Wasser“ untersucht das UFZ vor allem im Einzugsgebiet des Flusses Bode auf der Nordseite des Harzes. Der Standort „Hohes Holz“ am Nordrand dieses Einzugsgebietes ist dabei ein wichtiger Baustein. „Die Austauschprozesse zwischen Atmosphäre, Vegetation und Boden sind einer der Schwerpunkte von TERENO. Die TERENO-Observatorien und das europäische Netzwerk zur Erforschung von Treibhausgashaushalten ICOS ergänzen sich dabei optimal“, betont Dr. Steffen Zacharias, Koordinator des TERENO-Observatoriums des UFZ.

Die europäische Forschungsinfrastruktur ICOS (Integrated Carbon Observation System) hat zum Ziel, ein europäisches Gesamtbild der Treibhausgase zu erstellen: Im Atmosphärenprogramm werden die Treibhausgaskonzentrationen in der Luft gemessen; im Ökosystemprogramm werden Quellen und Senken von Treibhausgasen in Wäldern, Grünländern, Äckern und Mooren untersucht, und im Ozeanprogramm wird der Austausch von Spurengasen zwischen der Atmosphäre und den Ozeanen erforscht. Neben Kohlendioxid geht es vor allem um die Treibhausgase Methan und Lachgas.“
Quelle: https://www.ufz.de/index.php?de=37234

 

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