Deutschland importiert Jagdtrophäen streng geschützter Arten

Steffi Lemke zur Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage zur Einfuhr von Jagdtrophäen streng geschützter Arten nach Deutschland

„Elefanten, Löwen, Nashörner und Co bedürfen unseres Schutzes – doch das Gegenteil ist hier der Fall. Es ist völlig absurd, dass ganz legal jede Menge Jagdtrophäen von streng geschützten Tieren auch nach Deutschland importiert werden dürfen. Viele dieser Tiere sind durch Wilderei und den Verlust von Lebensräumen durch die Auswirkungen der Klimakrise ohnehin schon vom Aussterben gefährdet. Dass ausgerechnet diese bedrohten Arten mit ihren Hörnern, Häuten oder Ohren als Souvenirs herhalten müssen, macht fassungslos. Angesichts der dramatischen Situation beim Artenschwund sollten Deutschland und Europa diese Praxis bei Jagdtrophäen überdenken und stoppen. Hier muss eine neue Bundesregierung dringend handeln.“

Hintergrund:

Jährlich werden Hunderte Jagdtrophäen von gefährdeten Tieren nach Deutschland importiert. Darunter fallen z.B. Elefanten, Spitz- und Breitmaulnashörner, Geparden und Leoparden. Entsprechende Genehmigungen erteilt das Bundesamt für Naturschutz. Grundlage ist die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES)/ Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA). Tiere, die in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES stehen, bzw. im Anhang A der entsprechenden  EU-Verordnung aufgeführt sind (z.B. die meisten Elefantenpopulationen, Leoparden, Spitzmaulnashörner), dürfen nicht kommerziell gehandelt werden, weil jeglicher Handel das Überleben der Art gefährden würde. Dennoch ist die Einfuhr von Trophäen für den Privatgebrauch möglich und wird vielfach genutzt. Auch Arten des Anhang II von CITES bzw. Anhang B der EU Verordnung (z.B. Löwen, manche Elefanten- und Nashornpopulationen) unterliegen strengen Handelsbeschränkungen.

 „Zur Einfuhr von Jagdtrophäen aus Drittländern (Länder außerhalb der Europäischen Union) zum persönlichen Gebrauch von Arten, die in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97 und in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens stehen, sind ein WA -Ausfuhrdokument des Ursprungslandes und eine WA -Einfuhrgenehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erforderlich. Die WA-Einfuhrgenehmigung kann nur erteilt werden, wenn für die entsprechende Art eine international vom CITES-Sekretariat verifizierte und von der Wissenschaftlichen Prüfgruppe der Europäischen Union anerkannte Abschussquote vorliegt. Über die jeweiligen Quoten wird jedes Jahr neu entschieden. Darüber hinaus muss zur Erteilung der Einfuhrgenehmigung die Wissenschaftliche Behörde des Einfuhrstaates begutachten, dass die Entnahme aus der Natur und der Zweck der Einfuhr dem Überleben der Art bzw. Population nicht abträglich ist.“ (Quelle)

 

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