Import von Jagdtrophäen geschützter Arten

Anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage zur Einfuhr von Jagdtrophäen erklärt Steffi Lemke, Naturschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Viele streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Tiere werden getötet, um ihre Trophäen nach Deutschland zu importieren – ganz legal. Elefanten, Löwen und Nashörner brauchen Schutz – doch das Gegenteil ist der Fall. Es ist völlig absurd, dass ganz legal jede Menge Jagdtrophäen von streng geschützten Tieren nach Deutschland importiert werden dürfen. Viele dieser Tiere sind vom Aussterben bedroht und trotzdem müssen ihre Hörner, Häute oder Ohren als Souvenirs herhalten. Diese Tiere sind bereits durch Wilderei und den Verlust von Lebensräumen durch die Klimakrise gefährdet. Angesichts der dramatischen Situation beim Artenschwund sollten Deutschland und Europa diese Praxis bei Jagdtrophäen überdenken und stoppen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“

Hintergrund: Jährlich werden Hunderte Jagdtrophäen von gefährdeten Tieren nach Deutschland gebracht. Darunter fallen z.B. Elefanten, Spitz- und Breitmaulnashörner, Geparden und Leoparden. Entsprechende Genehmigungen erteilt das Bundesamt für Naturschutz. Tiere, die in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens dürfen nicht kommerziell gehandelt werden. Dennoch ist die Einfuhr von Trophäen für den Privatgebrauch möglich und wird vielfach genutzt. Auch Arten des Anhang II werden so nach Deutschland eingeführt. In 2016 wurden Jagdtrophäen von 32 Leoparden und 13 Geparden, sowie zwischen 2005-2015 82 Afrikanische Elefanten. Auch Spitzmaulnashörner sind betroffen, zwischen 2012-2015 wurden drei eingeführt. Besonders brisant – Spitzmaulnashörner vom Aussterben bedroht sind.

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