Streuobstwiesen schützen und fördern

Streuobstwiesen prägen unsere Landschaft. Sie liefern gesunde und leckere Lebensmittel: Frischobst zahlreiche gesunde Lebensmittel wie Säfte, Obstweine, Marmelade und Dörrobst. Streuobstwiesen sind darüber hinaus wertvolle Kulturlandschaften. Sie bieten zahlreichen Arten ein zu Hause. Streuobstwiesen sind ein wahrer Hot Spot der biologischen Vielfalt. Deutschlandweit wachsen hier bis zu 3000 Obstsorten und es summt, brummt und zwitschert: Bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten bieten diese Landschaft einen zu Hause. Angesichts des dramatischen  Artenrückgangs bei Vögeln und Insekten – so ist der Bestand des Kiebitzes seit 1990 um 80 Prozent, des Braunkehlchens um 63 Prozent, von Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten stellenweise um 80%  zurückgegangen –  beachtlich und wichtig. Diese Artenvielfalt macht die besondere Form der Bewirtschaftung der Streuobstwiesen erst möglich: eine Nutzung im Einklang mit der Natur. Ohne den Einsatz von Pflanzengiften wie Glyphosat oder andere Insektizide. Im Vergleich dazu wird ein konventioneller Apfel bis zu 32 Mal bespritzt! Streuobstwiesen sind Vorbild in einer Zeit in der die industrielle Landwirtschaft Luft, Wasser und Böden zunehmend verschmutzt. Auch für die Umweltbildung und den regionalen und nachhaltigen Tourismus kann diese Kulturlandschaft wertvoll sein. Doch Streuobstwiesen sind stark gefährdet und vom Aussterben bedroht, das machte die im Frühjahr 2017 erschienene dritte Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands deutlich. Ein wertvoller Schatz der Kulturlandschaft droht zu verschwinden – mit negativen Folgen.Kein Wunder, dass sich Obstfreunde, Naturschützer und Landwirte in vielen Initiativen in ganz Deutschland sich daher für den Erhalt von Streuobstwiesen engagieren. Auch wir Grüne wollen Streuobstwiesen schützen und den Streuobstanbau fördern.

Streuobstwiesen und der Streuobstanbau dienen

  • dem Schutz der biologischen Vielfalt. Hier findet eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren dank naturnaher Bewirtschaftung der hochstämmigen Bäume ein zu Hause,
  • dem Erhalt der Sortenvielfalt – beispielsweise alter Obstsorten. Dies ist wichtig für  zukünftige Züchtungen insbesondere in Zeiten der Klimakrise,
  • dem Erhalt von jahrhundertealten Kulturlandschaften und Traditionen im ländlichen Raum,
  • der Umweltbildung – auch mit Kindern und Jugendlichen,
  • dem Tourismus und der Naherholung durch attraktive Landschaften.
  • Streuobstwiesen erbringen gesunde, leckere, häufig regional verwertete Lebensmittel,
  • sind Grundlage für Arbeitsplätze in Landwirtschaft, Keltereien und anderen Obstverwertungseinrichtungen,
  • sind Vorbild für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur und ohne Ackergifte.

Deshalb brauchen Streuobstwiesen und Streuobstäcker Schutz und Förderung.

Hier liegen einige Knackpunkte und Herausforderungen für die Zukunft für den Erhalt von Streuobstwiesen und Streuobstanbau:

  • Die Sicherung der langjährigen Pflege und Bewirtschaftung der Streuobstwiesen
  • AbnehmerInnen für Streuobstwiesen-Produkte zu finden.
  • Der Einsatz für faire Preise für Streuobstwiesen-Produkte. Die Wirtschaftlichkeit der Bewirtschaftung und faire Preise als Beitrag zum Erhalt der Streuobstbestände gewinnen eine immer größere Bedeutung,
  • Die finanzielle Förderung des Streuobstanbaus.
  • Eine Aufnahme von Streuobstwiesen(-Anlagen) als geschützte Lebensräume in das Bundesnaturschutzgesetz.
  • Die Weiterentwicklung des Anbausystems, insbesondere mit Blick auf neue Bewirtschaftungs- und Vermarktungskonzepte.
  • die Forschung zu Gunsten des Streuobstanbaus zu stärken und
  • Streuobstwiesen zu Orten der Umweltbildung zu machen.

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