Auswirkungen der Klimakrise

Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des angesehenen Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat in einer neu veröffentlichten Studie erneut auf die dramatischen Auswirkungen der Klimakrise hingewiesen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass für Millionen von Menschen überlebenswichtige Existenzgrundlagen bedroht sind.

 

 

Knapp 300 Millionen Menschen in Sub-Sahara Afrika nutzen Mais als ihre zentrale Nahrungsquelle. Doch die Maisproduktion der lokalen Bauern hängt direkt von Regen und Trockenheit ab, daher sind die Mais-Ressourcen durch widrige Wetterbedingungen schon heute zu knapp. Als Konsequenz lebt schon heute fast ein Viertel der weltweit unterernährten Menschen in dieser Region.

In der nun im Earth’s Future-Journal des Wiley-Verlags erschienenen Studie Climate model uncertainty in impact assessments for agriculture: A multi-ensemble case study on maize in sub-Saharan Africa zeigen die Wissenschaftler*innen des MIT um die US-Forscherin Dr. Amy Dale auf, welche Effekte sich durch ein Fortschreiten der Klimakrise für die Maisproduktion in Sub-Sahara Afrika ergeben werden.

 

Die Verrechnung verschiedener Szenarien zum Temperaturanstieg und der Niederschlagsentwicklung in der Region aus insgesamt 122 Klimamodellen ergab erschreckende und eindeutige Zahlen. Die Analyse zeigt, dass die Klimakrise die ohnehin dramatische Situation in den nächsten Jahren noch weiter deutlich verschärfen wird: Bis zum Jahr 2100 prognostizieren die Forscherinnen und Frscher flächendeckende Ertragseinbußen von mindestens 20%. Bei den dramatischsten Emissionsszenarien drohen in  mehreren Regionen Südafrikas und der Sahelzone gar Ernteverluste von dauerhaft 50%.

Diese erschreckenden Zahlen des MIT zeigen erneut, dass unser Planet an seine Grenzen stößt. Die Klimakrise bedroht schon heute Millionen von Menschenleben und wird in der Zukunft für eine weitere Verschärfung der Situation verantwortlich sein. Es ist paradox, dass die Gesellschaften, die am wenigsten Verantwortung für die globale Erhitzung tragen, am meisten von den Konsequenzen der Klimakrise bedroht sind.

Steffi Lemke MdB hat wegen der dramatischen Aktualität der Thematik eine deutsche Übersetzung der Studie anfertigen lassen, die  für interessierte Leserinnen und Leser hier online zur Verfügung steht:

Übersetzung: Fallstudie zu Klimamodellen – Maisertrag in Subsahara-Afrika (Dale et al., 2017)

 
 
Amy Dale und der Wiley-Verlag sowie der Übersetzungsdienst Deutscher Bundestag Abteilung W haben ihre ausdrückliche Zustimmung zur Veröffentlichung der Studie und ihrer Übersetzung erteilt. Alle Rechte liegen beim Wiley-Verlag und Frau Dr. Amy Dale, Massachusetts Institute of Technology, USA.

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