Besuch bei GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel

Jago

Forschungstauchboot JAGO. Ein bemanntes Unterwasserfahrzeug für maximal 400 m Wassertiefe, das zur Erkundung und Erforschung aquatischer Systeme und Lebensräume eingesetzt wird.

Auch im Jahr 2017 wird das Thema Meeresschutz Schwerpunkt meiner politischen Arbeit sein. Die sich aktuell dramatisch zuspitzende Situation in der Arktis – mit monatlich neuen Rekordzahlen bei der Eisschmelze – verlangt genauso viel Aufmerksamkeit, wie die fortschreitenden   Internationalen Verhandlungen bei den Vereinten Nationen um effektiven Meeresschutz global zu implementieren. Als grüne Bundestagsfraktion werden wir der Bundesregierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisch auf die Finger schauen und überprüfen, ob den wortreichen Erklärungen zum G7 Gipfel in Elmau, endlich auch Taten folgen. 

Um für meine parlamentarische Arbeit immer auf dem möglichst neusten Stand der Wissenschaft zu sein und den Austausch zwischen Politik und Wissenschaft zu fördern, treffe ich mich regelmäßig mit führenden Forschern im Bereich der Meeres- und Klimaforschung. Zuletzt bei einer Fachtagung am „Institute for Applied Sustainability Studies“ in Potsdam, oder wie im vergangenen Dezember bei Besuchen an den Hamburger Hochschulen mit verschiedenen Professor*innen der Ozeanographie. Gestern ging es für mich nach Kiel, zum Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung: GEOMAR

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Mit Prof. Dr. Peter M. Herzig, Direktor GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel unterwegs in den Lagerhallen von GEOMAR.

Die Einladung ins Helmholtz-Zentrum nach Kiel kam bereits im vergangenen Sommer zustande, als ich zusammen mit der grünen Bundestagsfraktion in das Ozeaneum nach Stralsund einlud, um mit Expert*innen und interessierten Besuchern über die Verschmutzung der Ostsee zu diskutieren. Einer unserer Gäste war auch Prof. Dr. Herzig, Direktor des Helmholtz-Institut für Ozeanforschung in Kiel. Der Einladung zur Besichtigung der Arbeit von GEOMAR und dem gegenseitig Austausch, kam ich am gestrigen Mittwoch dann endlich nach.

Herr Prof. Dr. Herzig begrüßte mich in seinem Büro auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrum am Ostufer des Kieler Hafens. Bei einer kurzen Einführung über die Infrastruktur und Arbeitsweise des Helmholtz-Zentrums, wurden mir auch die Vier Themenschwerpunkte des Instituts näher gebracht: Klimawandel, Ökosysteme, Rohstoffe und Naturgefahren im Ozean. Hinter diesen großen Themenkomplexen stecken zahlreiche Forschungen, die auch für meine parlamentarische Arbeit von großem Interesse sind. Kürzlich erst hat ein Forscherteam unter der Führung von Prof. Dr. Riesebell von GEOMAR herausgefunden, dass durch die zunehmende Ozeanversauerung die Blütezeit von bestimmten Planktonarten gestört werden kann und dadurch deren Reproduktion gefährdet wird. Da Plankton für das Ökosystem Meer unersetzliche Aufgaben erfüllt, wären die Konsequenzen bei einem Verlust dieser wichtigen Kleinstorganismen nicht absehbar. Dementsprechend ist es von fundamentaler Bedeutung, dass wir politische Lösungsansätze finden, welche die fortschreitende Versauerung der Meere im Zuge der Klimakrise endlich stoppen. Im Vergangenen Herbst habe ich gemeinsam mit Annalena Baerbock bereits ein Fachgespräch zu Ozeanversauerung durchgeführt, um mögliche politische Lösungsansätze zu diskutieren.

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Prof. Dr. Peter M. Herzig, Direktor GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel zeigt mir das AUV ABYSS (Autonomous Underwater Vehicle). Ein für die Meeresforschung konzipiertes autonomes Unterwasserfahrzeug.

Inhalt des Gespräches mit Herrn Prof. Dr. Herzig war auch, wie Politik und Wissenschaft es schaffen können, mehr Aufmerksamkeit für die dramatischen Entwicklungen in unseren Meeren zu erregen. Es ist absurd, dass die Klimakrise im Meer unaufhaltsam zunimmt und es im öffentlichen Diskurs fast keinerlei Beachtung findet. Im so entscheidenden Jahr 2017 für die Meere muss dies endlich anders werden. Die Forscherinnen und Forscher bei GEOMAR leisten hervorragende und wichtige Arbeit, die für die gesamte Bevölkerung von Bedeutung ist. Mehr als ein Drittel des von Mensch produzierten Kohlenstoffs hat das Meer bereits für uns aufgenommen. Ohne diese wertvolle Eigenschaft der Meere würden wir heute nicht mehr über das 1,5° Ziel von Paris reden. Sondern müssten uns Gedanken machen über 4° oder 5° Celsius.

Im Anschluss an unser Gespräch, bekam ich noch eine Führung durch die Lagerhallen von GEOMAR. Unterwasserboote, Kartierungsdrohnen und viele andere interessante Forschungsgeräte wurden mir durch Prof. Herzig vorgestellt. Was bleibt ist ein interessanter Tag mit spannenden Eindrücken aus einer der Top Adressen deutscher Meeresforschung. Den Kontakt mit Herrn Prof. Dr. Herzig und seinem Forscherteam werde ich weiterführen und die politische Rückkopplung zu aktueller Forschung weiter fördern.

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