Artenvielfalt: UN-Konferenz in Cancún muss Gene Drive stoppen

corn-1235895_640Zur Eröffnung der UN-Konferenz für Biologische Vielfalt in Cancún, Mexico, erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Die Vertragsstaaten stehen bei der diesjährigen Konferenz vor einer wichtigen Herausforderung: Unter dem Stichwort Gene Drive werden gentechnisch veränderte Organismen mit dominant vererbbaren Merkmalen erschaffen. Durch Freisetzung in die Ökosysteme können sie Arten komplett ausrotten, indem z.B. nur noch männliche Nachkommen auf Grund der Genveränderung gezeugt werden. So nachvollziehbar der Wunsch beispielsweise bei der Malariabekämpfung ist – so gefährlich ist ein Eingriff, mit dem Ziel ganze Arten auszurotten. Die Folgen sind unüberschaubar, dafür sind Ökosysteme viel zu komplex.

Bereits jetzt fließen Millionenbeträge in die ersten Feldversuche, obwohl keinerlei Informationen zu den möglichen Ökosystemrisiken vorhanden sind. Die UN-Konferenz in Cancún ist der entscheidende Ort um dem etwas entgegenzusetzen. Die Vertragsstaaten müssen jetzt ein Gene Drive Moratorium beschließen und sich damit den Beschlüssen der Weltnaturschutzunion (IUCN) aus dem September diesen Jahres anschließen. Das wäre eine Stärkung des Vorsorgeprinzips, denn es ist nicht zu verantworten derartig tiefgreifende Veränderungen in Ökosystemen vorzunehmen, ohne deren Folgen auch nur ansatzweise abschätzen zu können.

Es ist notwendig, dass die UN-Konferenz diese neuen Techniken auch als Gentechnik einstuft, um sie entsprechend regulieren zu können.

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