Müllsammelaktion mit erschreckender Bilanz

IMG_0042Nicht nur die Verschmutzung der Meere nimmt stetig zu. Auch in Deutschlands Flüssen und an den Ufern findet sich immer mehr Müll. Vier Tage waren die Dessauer Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke und der Fotokünstler Stephan Horch vom CleanRiver Projekt auf Elbe und Saale im Paddelboot unterwegs. Unter dem Motto „Lebendige Flüsse“ haben sie auf die Verschmutzung unserer heimischen Flüsse aufmerksam gemacht. Auf der Strecke von Halle über Pretzsch, Klöden, Coswig und Dessau bis nach Magdeburg haben beide mehrere Kofferraumladungen Müll gesammelt.

Gefunden wurden Verpackungen aller Art, Flaschen, Trinkbecher und vor allem Plastikmüll. Dabei waren auch skurrile Fundstücke wie Campingstühle, ein halber Staubsauger, Autoreifen, Paninisammelbilder aus dem Jahr 2014.

Das Hauptproblem ist die Unmenge an Plastikmüll. Materialien aus Plastik, wie Plastiktüten, Flaschen und Becher zersetzen sich nicht schadlos. Gelangt dieser Plastikmüll in die Landschaft, werden Brut- und Laichplätze zerstört. Fische und Vögel verletzen sich oder ersticken. Und der Plastikmüll zersetzt sich in immer kleinere Partikel und verseucht damit flächendeckend Flüsse, Wälder und Ozeane.

Neben Aufklärung und Information der Konsumenten ist endlich eine fundierte Strategie gegen Plastikmüll notwendig. Dazu gehören vor allem die Reduzierung von Wegwerfprodukten wie Kaffeebechern, Einmalgrills, Tüten und Einwegflaschen. Die Abgabe auf einige Plastiktüten kann nur ein allererster Schritt sein. Eine wirklich eindeutige Unterscheidung von „Einweg“ und „Mehrweg“ auf den Verpackungen und die Weiterentwicklung des Einwegpfands zu einer ökologischen Lenkungsabgabe sind nächste Schritte. Die Beimischung von Mikroplastik in Kosmetikprodukten muss endlich verboten werden – freiwillige Selbstverpflichtungen reichen nicht aus.

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