Geisternetze fischen im Meer

Netzwerk vom Fischer 1 by Bert Branahl / pixelio.de

Netzwerk vom Fischer 1 by Bert Branahl / pixelio.de

Zu den Antworten auf die Kleine Anfrage Geisternetze im Meer“ (18/8454) erklärt Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion:

„Geisternetze bedrohen unsere Weltmeere – und ganz konkret die Nord- und Ostsee. Sie sind eine Gefahr für die Artenvielfalt im Meer: Meeresschildkröten verheddern, Seevögeln verschlucken sich und Meeressäugetiere ersticken qualvoll, zugleich schmälern sie den Fischbestand. Schon jetzt machen Geisternetze 10 Prozent des weltweiten Meeresmülls aus und die Müllfunde in der südlichen Nordsee sind zu einem Drittel aus Kunststoffnetzen, -seilen und Plastikfragmente.

Obwohl die Zahl der Geisternetze im Meer steigt, die Kontrollsysteme versagen und sie für zahlreiche Arten nachweislich zur Todesfalle werden, legt die Bundesregierung die Hände in den Schoß. Sie kommt noch nicht einmal den gesetzlichen Vorschriften nach, trotz der verehrenden Auswirkungen: so enthalten 98 Prozent der Nester von Basttölpeln auf Helgoland Plastik aus Netzen. Katastrophal für die Meeresumwelt, denn weder setzt die Bundesregierung das vorgeschriebene Verursacherprinzip um, noch plant sie weitere Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten.

Nötig sind eine wirkliche Umsetzung der bestehenden EU-Verordnung, vermehrte Kontrollen auf Schiffen, eine konsequente Kennzeichnung von Netzen mit entsprechenden Sanktionsmöglichkeiten und eine vernünftiges Meldesystem für Geisternetze – nur so können wir das Problem durch Geisternetze angehen.“

Hier zum Pressebericht der Bundestagsfraktion

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren

This blog is kept spam free by WP-SpamFree.

Bitte gib den folgenden Text ein * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

* Pflichtfeld