Tag der Biologischen Vielfalt – Was kann man gegen das Artensterben tun?

Bienen9Der 22. Mai wird international als Tag der biologischen Vielfalt begangen:

Er soll an die Convention on Biological Diversity im Jahr 1992 erinnern, der inzwischen 196 Länder beigetreten sind und sich damit zum Schutz der Artenvielfalt unseres Planeten verpflichtet haben.

Doch um die Biologische Vielfalt steht es schlecht – auch bei uns.

 

Schon die Hälfte aller Arten in Deutschland ist ausgestorben, gefährdet oder extrem selten. Es bahnt sich eine stille Katastrophe an: Weltweit sterben pro Tag bis zu 120 Arten aus. Der Verlust an Biodiversität zählt zu den kritischen planetarischen Grenzen, die die Menschheit bereits weit überschritten hat.

Um das Artensterben zu stoppen und die Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie zu erreichen, muss der Hauptverursacher der Naturzerstörung – die industrielle Landwirtschaft – zur Verantwortung gezogen werden. Die Bundesregierung muss endlich handeln und die Landwirtschaft ökologisch verträglich gestalten. 

Wir sägen am Ast, auf dem wir sitzen

Welche dramatischen Folgen der Verlust der Biodiversität für uns hat, zeigt das unheilvolle Insektensterben beispielhaft: Die Zahl und Vielfalt bestäubender Insekten wie Wildbienen, Käfer, Fliegen und Schmetterlinge geht schon seit einigen Jahrzehnten dramatisch zurück. Besonders den 560 Wildbienenarten in Deutschland geht es schlecht: 39 Arten sind bereits ausgestorben und über 40% der Wildbienen-Arten sind in ihrem Bestand gefährdet. Der Rückgang der Wildbienen ist vor allem auf die Fragmentierung und Isolation ihrer Lebensräume, Intensivierung der Landwirtschaft und Landnutzungsänderungen zurückzuführen, weil damit Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten für Wildbienen fehlen.

Das Bienensterben hat gravierende Folgen für die Biodiversität und die Produktion unserer Nahrungsmittel: Vier Fünftel der bei uns heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Arbeit von Honig- und Wildbienen angewiesen, von Obstbäumen über Erdbeeren bis hin zu Sonnenblumen. Vor allem für den Menschen gesunde Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse oder pflanzliche Öle hängen von der Bestäubung durch Insekten ab. Dabei haben gerade Wildbienen eine bisher oftmals unterschätzte Rolle: Eine optimale Bestäubungsleistung und hohe Erträge können nur durch Honig- und Wildbienen zusammen erreicht werden. Wenn wir das Artensterben nicht stoppen, stehen wir beim Einkauf bald vor leeren Regalen.

Jeder und jede kann beim Artenschutz helfen

Wie sieht es aber in Ihrem eigenen Garten aus? Ist Ihr Garten bienenfreundlich?

Welche Pflanzen und Gartenstrukturen geeignete Lebensräume, Nahrung und Nistmaterial für Wildbienen bieten, ließ sich Steffi Lemke am 9. Mai 2016 im Wildbienen-Schaugarten des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Treptow e.V. (http://www.gartenfreunde-treptow.de/wildbienen-schaugarten) von der Bienenexpertin  Dr. Corinna Hölzer (Projekt „Deutschland summt!“ der Stiftung für Mensch und Umwelt) erklären. Im Wildbienen-Schaugarten zeigte Frau Dr. Hölzer, wie man in einem Garten z.B. durch Totholz, eine Trockensteinmauer oder heimische Pflanzen Lebensräume für Wildbienen schaffen kann. Somit kann jeder und jede einen Beitrag zum Naturschutz und gegen das Artensterben leisten.

 

Tipps zum Gärtnern finden Sie in der Broschüre Der summende Garten – Gestalten im Einklang mit der Natur.

Darüber hinaus können Sie auch mit einer Wildbienen-Patenschaft helfen.

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