Auswertung des Breitbandchecks für Sachsen-Anhalt

Aka / pixelio.de

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Seit dem 24.11 haben rund 1000 Haushalte über ganz Sachsen-Anhalt verteilt an dem Breitbandtest der grünen Bundestagsfraktion teilgenommen.

Auswertung für Sachsen-Anhalt:

Gut 31 % der Haushalte in Sachsen-Anhalt surfen mit einer Verbindungsrate unter 5 mbit/sek. Das sind Verbindungsraten in der nur eine rudimentäre und nervenaufreibende Nutzung des Internets möglich ist.

Davon wiederum haben 6 % einen so schlechten Anschluss (unter 1mbit/sek), dass er eigentlich nur zum Checken von E-Mails reicht.

Insgesamt liegen 70 % der gemessen Anschlüsse unter 16 mbit/sek und haben damit keinen Zugang zu schnellem Internet.

Der Test hat die Realgeschwindigkeiten in den Haushalten gemessen und ist somit aussagekräftiger als die allgemeinen Versorgungszahlen, die von den Telekommunikationsfirmen angegeben werden.

Wenn man sich die Durchschnittszahlen anschaut, surft Sachsen-Anhalt  mit 18 mbit/sek halbwegs schnell. Dieser Wert ist aber extrem durch einige hohe Messwerte verzerrt von Unis oder Forschungsinstituten, die schnell über 200 mbit kommen. Aussagekräftiger und der Realität näher kommender ist der Median-Mittelwert, bei dem die hohen und niedrigen Werte bei der Berechnung  nicht berücksichtigt werden. Im Durchschnitt (Median) surfen die Menschen in Sachsen-Anhalt dann mit rund 10,8 mbit/sek, was weit entfernt ist von einer guten Internetgeschwindigkeit – mit der man schnell große Datenmengen verschicken kann oder gut Skype/Streamingdienste nutzen kann.

Steffi Lemke dazu:

„Sachsen-Anhalt ist meilenweit vom Ausbauziel der Bundes- und Landesregierung von 50Mbit/s bis 2018 entfernt. Mehr als zwei Drittel der Menschen im Land haben keinen Zugang zu schnellem Internet. Sachsen-Anhalt war bundesweit schon immer trauriges Schlusslicht bei der Breitbandversorgung, daran konnte auch die Landesregierung aus CDU und SPD nichts ändern. Durch kurzsichtige Förderpolitik und verzögerte Einsicht verspielt sie wirtschaftliches Potenzial und Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe. Diese Landesregierung investiert in rückwärtsgewandte Technologien wie Kupfer anstatt in zukunftsfähigere Glasfaser. Statt Lippenbekenntnissen soll die Landesregierung zeigen, wie sie ihr Ausbauziel mit den bisherigen Planungen und Fördermitteln umgesetzt werden soll. Das ist völlig unklar.

Es ist eine Frage der Gerechtigkeit und der gleichwertigen Entwicklungschancen, dass auch die ländlichen Regionen in Sachsen-Anhalt einen flächendeckenden Anschluss an das schnelle Internet bekommen. Um das zu finanzieren, wollen wir als Grüne die restlichen Staatsanteile der Telekom verkaufen, die im Augenblick rund 10 Milliarden Euro wert sind.

Die derzeitige Breitband-Realität in Sachsen-Anhalt hemmt die wirtschaftliche Entwicklung. Insbesondere der ländliche Raum ist in Sachsen-Anhalt mehrheitlich vom digitalen Wandel abgeschnitten.“

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