Kleine Anfrage zu Jagdtrophäen bringt erschreckende Antworten

by Lothar Henke @pixelio.de

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Steffi Lemke hat eine Kleine Anfrage zu Jagdtrophäen gestellt – die Antworten sind erschreckend: Zwischen 2005-2014 wurden insgesamt 1225 Jagdtrophäen von Tieren mit dem Status „Vom Aussterben bedroht“ nach Deutschland gebracht. Darunter fallen z.B. Elefanten, Spitz- und Breitmaulnashörner, Geparden und Leoparden.

Entsprechende Genehmigungen erteilt das Bundesamt für Naturschutz. In dem Zeitraum wurden z.B. 646 Stoßzähne vom afrikanischen Elefanten importiert, das entspricht etwa einem Stoßzahn wöchentlich. Das Spitzmaulnashorn ist jedoch stark gefährdet, die Gesamtpopulation ist in den letzten drei Generationen um 90% zurückgegangen. Trotzdem durften vier Hörner eingeführt werden.

Tiere, die in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES stehen, bzw. im Anhang A der entsprechenden  EU-Verordnung aufgeführt sind, sind akut vom Aussterben bedroht und dürfen daher nicht kommerziell gehandelt werden, weil jeglicher Handel das Überleben der Art gefährden würde. Dennoch ist die Einfuhr von Trophäen für den Privatgebrauch möglich und wird vielfach genutzt. Allein schon in diesem Jahr (2015) wurden 20 Anträge für die Einfuhr von Elefantenerzeugnissen gestellt, eine Genehmigung für das Breitmaulnashorn und 13 Löwentrophäen erteilt.

Steffi dazu „Es ist völlig absurd, dass Wilderei als Verbrechen geahndet wird und trotzdem ganz legal jede Menge Jagdtrophäen von streng geschützten Tieren nach Deutschland importiert werden dürfen. Viele dieser Tiere sind vom Aussterben bedroht und trotzdem müssen ihre Hörner, Häute oder Ohren als Urlaubssouveniers herhalten.

Angesichts der dramatischen Situation im Bereich der Wilderei sollten Deutschland und Europa diese Praxis bei Jagdtrophäen überdenken und stoppen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Die Anfrage zeigt, Löwe Cecil ist kein Einzelfall, geschützte Tiere werden tagtäglich geschossen, um als Jagdtrophäen zu enden.“

Die komplette Kleine Anfrage gibt es online (http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/063/1806317.pdf)

 

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