Schlechte Unterbringung hat System

Wilhelmine Wulff  / pixelio.de

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Im Landkreis Wittenberg sind Asylbewerber in einen Hungerstreik getreten.  Sie protestieren damit gegen die unzureichende Unterbringung in einer Mehrzweckhalle in Griebo. Dazu erklären die Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke und der flüchtlings- und migrationspolitische Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Sören Herbst:

Es ist beschämend, wenn Menschen, die aus Syrien vor Terror und Krieg geflohen sind, im Landkreis Wittenberg auf solche Lebensbedingungen treffen, dass sie zum äußersten Mittel greifen. Wenn in Sachsen-Anhalt Geflüchtete in einen Hungerstreik treten, läuft definitiv etwas ganz, ganz schief. Der Landkreis Wittenberg ist angehalten, umgehend alle nötigen Schritte einzuleiten, um den Geflüchteten eine Aufnahme in Würde zu gewährleisten.

Wir brauchen für Flüchtlinge die dezentrale Unterbringung in Wohnungen und eine angemessene medizinische Versorgung. Dies sind notwendige Schritte, um die zu uns Geflüchteten auch wirklich zu integrieren. Das gilt insbesondere für die unbegleiteten Minderjährigen, die besondere Fürsorge benötigen.

Eine Sporthalle ist grundsätzlich kein geeigneter Ort zur längeren Unterbringung von Menschen. Auch im Landkreis Wittenberg gibt es einen großen Wohnungsleerstand, der genutzt werden sollte. Der Landkreis Wittenberg ist bereits in der Vergangenheit durch besonders schlechte Unterbringung Geflüchteter aufgefallen. Offensichtlich fehlt es hier der Verwaltungsspitze an der nötigen Sensibilität.

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