Der Elbe nicht das Wasser abgraben

Zum heute beginnenden „Dialog im Boot 2014“ erklärt Steffi Lemke, Parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutz:

„Die Bundesregierung baut mit Phantomwasserständen weiter an der Elbe herum anstatt die realen Wasserstände zur Grundlage für das seit Jahren versprochene Gesamtkonzept Elbe zu machen. Dies zeigen die Antworten der Bundesregierung auf parlamentarische Anfragen zu den Niedrigwasserdaten an der Elbe. Der seit Ende 2012 geltende neue Parameter, der sogenannte GLW 2010, wird von der Bundesregierung weiter unter Verschluss gehalten.

Foto: Ernst Paul Dörffler

Es ist offenkundig, dass die Elbe als ganzjährig befahrbare Wasserstraße untauglich ist, ihr fehlt durchschnittlich über vier Monate die nötige Wassermenge. Die angestrebte Mindesttiefe von 1,60 m an 345 Tagen im Jahr wurde in den vergangenen 25 Jahren nur zweimal erreicht. Hier mit Baumaßnahmen wider die Natur Tatsachen schaffen zu wollen, ist nicht nur ein Investitionsgrab wie die Demontage des Hafens Halle belegt, sondern auch ein Aderlass der kostbaren und einzigartigen Flusslandschaft Elbe mit dem UNESCO-Biosphärenreservat „Mittelelbe“ und dem UNESCO-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich.“

Hintergrund: Ein gleichwertiger Wasserstand (GLW) ist eine wichtige Bezugsgröße für Unterhaltungsmaßnahmen an einer Wasserstraße. Er entspricht dem mittleren Niedrigwasser. Bis 2012 wurde mit Wasserständen aus den Jahren 1973 bis 1986 gerechnet. Die sind extrem veraltet, da seit 25 Jahren die Niedrigwasser der Elbe ständig extremer geworden sind. Aufgrund der schlechteren Befahrbarkeit des Flusses gingen die transportierten Gütermengen auf ein Minimum zurück.

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