In Mecklenburg-Vorpommern hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bei der Ernte der Gen-Kartoffel „Amflora“ selbst mit Hand angelegt.
Die Grünen bezeichneten daraufhin Brüderle als „Erntehelfer der Gentechnik Lobbyisten.“
BASF hat in Zepkow auf 14 Hektar – ein Hektar entspricht der Größe eines Fußballfelds – die Gen-Kartoffel angebaut. Brüderle erklärte, in der Zukunft verspreche die Pflanzenbiotechnologie Lösungen für viele große Herausforderungen, wie zum Beispiel die ausreichende Bereitstellung nachwachsender Rohstoffe. Die deutsche Industrie spiele dabei international in der ersten Liga mit. „Auch in Zukunft wollen wir mit diesen innovativen Technologien an der Weltspitze bleiben“, sagte der Wirtschaftsminister.
Hambrecht erklärte, die BASF habe am Vortag in Brüssel die Zulassung für ihre nächste Stärkekartoffel „Amadea“ beantragt. Wie „Amflora“ liefert „Amadea“ reine Amylopektin-Stärke. Herkömmliche Kartoffeln produzieren ein Stärkegemisch aus Amylopektin und Amylose. In vielen Anwendungsgebieten von Kartoffelstärke, wie in der Papier-, Klebstoff- und Lebensmittelindustrie, wird aber nur Amylopektin benötigt. Eine Trennung des Stärkegemischs ist unwirtschaftlich.
Greenpeace spricht von überflüssiger Gen-Pflanze
Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace, erklärte, die BASF zeige mit dieser Ernteaktion, wie stark ihr Einfluss auf die Politik sei. Brüderle erscheine zu einem Medientermin, um seine Unterstützung für eine gesellschaftlich unerwünschte und überflüssige Gen-Pflanze zu signalisieren. „Neben der Atomkraft setzt sich die FDP hier für eine weitere veraltete und riskante Technik ein.“
„Amflora“ enthält ein gegen Antibiotika resistentes Marker-Gen. Solche Gene sollen im Labor dafür sorgen, diejenigen Pflanzenzellen zu finden, die das neue Gen aufgenommen haben. Die Nutzung von antibiotika-resistenten Marker-Genen gilt laut Greenpeace aber als veraltet. Denn sie könnten dazu führen, dass Krankheitserreger gegen bestimmte Antibiotika immun werden.
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