Steffi Lemke im Interview mit der Lüneburger Rundschau. Erschienen am 24. August 2010:
Lüneburger Rundschau: Seit 1989 sind 19 Kinder und Jugendliche in der Elbmarsch rund um das Atomkraftwerk Krümmel und den GKSS-Forschungsreaktor in Geesthacht an Blutkrebs erkrankt. Wie lange wird die Aufklärung der weltweit höchsten Leukämierate bei Kindern noch dauern?
Lemke: Ob wir je zu einer wirklichen Aufklärung dieser furchtbaren Erkrankungen kommen, ist nicht abzusehen. Aber die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Hier gibt es den leidigen Krieg der Gutachten – es findet sich immer ein Gutachter, der das Gegenteil behauptet.
Lüneburger Rundschau: Ist dieses Thema in Berlin überhaupt bekannt?
Lemke: Ja, natürlich. Wir Grünen haben dazu Anfragen im Bundestag gestellt, immer wieder auf Aufklärung gedrungen. Auch in Berlin kann daher niemand sagen, er wisse davon nichts.
Lüneburger Rundschau: Was tun die Grünen im Bundestag, um die Aufklärung voranzutreiben?
Lemke: Wir haben im vergangenen Jahr dazu die weltweit umfassendste Studie zum Leukämie-Risiko im Umfeld von Atomkraftwerken vorgelegt. Wir kämpfen weiter dafür, dass Krümmel nie wieder ans Netz geht, und dass neben Krümmel auch alle anderen Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Solange nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Atomkraftwerk mit den Leukämiefällen in Zusammenhang steht, empfinde ich es als puren Zynismus, Krümmel weiter betreiben zu wollen.