Meeresschutzgebiete: Bundesregierung knickt vor Dänemark ein

Im Jahr 2004 wurden die deutschen Meeresschutzgebiete in der Nord- und Ostsee ausgewiesen. Doch anders als der Name vermuten lässt, gibt es bisher keinerlei Regeln oder Einschränkungen für wirtschaftliche Aktivitäten wie dem Kiesabbau oder der Fischerei.

Im vergangenen Jahr wurden dann endlich – nach 13 langen Jahren des Wartens – die sogenannten Schutzgebietsverordnungen für die Schutzgebiete in der Nordsee von der Bundesregierung beschlossen. Das bedeutet erstmals: existierende Regeln für Schutzgebiete in der Nordsee. Die dort vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen hätten eine konkrete Verbesserung der Lebenssituation für viele Schutzgüter wie zum Beispiel den Schweinswalen ermöglicht. Auch die Fischerei in Naturschutzgebieten (!) sollte endlich weiträumig eingeschränkt werden.

(mehr …)

Steffi Lemke zu den neuen Zahlen zum Insektensterben

Foto: Tilo Bremer

Zu den neuen Zahlen der Krefelder Entomologen zum Insektensterben erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

„Das dramatische Ausmaß des Insektensterbens in Deutschlands wird von Expertinnen und Experten erneut bestätigt. Während die Bundesregierung weiter nur über Maßnahmen diskutiert und streitet, fehlen bis heute konkrete Schritte zu einem erfolgreichen Schutz von Wildbienen, Schmetterlingen und Co. Es braucht dringend ein Pestizidreduktionsprogramm, den Glyphosatausstieg in dieser Wahlperiode und das sofortige Ende der direkten Bienengifte. Bei der europäischen Agrarförderung muss gelten: öffentliches Geld nur noch für gesellschaftliche Leistungen. Zudem brauchen wir endlich eine wirksame Gesetzgebung zur Reduktion von Dünge- und Schadstoffeinträgen in Böden und Gewässern.“

Kleine Anfrage: Thunfischbestände unter Druck

Das Mittelmeer ist hoffnungslos überfischt, auf dem europäischen und deutschen Markt landen weiterhin Produkte aus illegaler Fischerei und selbst in deutschen Naturschutzgebieten werden immer noch naturzerstörerische Fangmethoden wie Grundschleppnetzfischerei praktiziert – Überfischung ist seit Jahrzehnten ein globales Problem. Auch der aktuellste UN-Bericht der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) zeigt erneut eine Verschlechterung der globalen Situation. Demnach ist mittlerweile ein Drittel der weltweiten Gewässer überfischt. Knapp 60% sind bis an ihr Limit befischt; lediglich 7 Prozent der Gewässer können  ohne nachhaltige ökologische Schäden befischt werden.

(mehr …)

Statement zum Bericht des WWF über den Zustand der Gewässer in Deutschland

Zum Bericht des WWF über den Zustand der Gewässer in Deutschland erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik und Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

„Begradigte, verengte und vertiefte Flüsse voller Ackergifte und Dünger aus der Landwirtschaft bieten vielen Tieren und Pflanzen keinen Lebensraum und keine Nahrung mehr. Bund und Länder müssen endlich Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie als Querschnittsaufgabe in den Bereichen Landwirtschaft, Industrie, Energie, Verkehr und Bau verbindlich integrieren. Denn gesunde Gewässer sind eine wichtige Ressource für zukünftige Generationen, Hotspot für den Artenreichtum und besonders wertvolle Ökosysteme.“

Rückschlag für das Weddellmeer und den internationalen Meeresschutz

Bild: Danielle Barnes / unsplash

Zu den Ergebnissen der 37. Jahrestagung der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis erklären Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/Die Grünen), Dr. Michael von Abercron (CDU), Hagen Reinhold (FDP), Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) und Frank Schwabe (SPD):

Das heutige Scheitern der Verhandlungen der Antarktiskommission zur Errichtung des größten Meeresschutzgebiets der Erde ist ein schwerer Rückschlag und eine herbe Enttäuschung für den internationalen Schutz der Meere. Besonders angesichts des schnell voranschreitenden Artensterbens und des globalen Klimawandels wäre es ein längst überfälliges Zeichen gewesen, das Weddellmeer rasch zum Naturschutzgebiet zu erklären. Damit hätte dieses bedrohte Ökosystem mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt vor weiteren Schäden bewahrt werden können. (mehr …)